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Material

Über Israel-Palästina sprechen lernen

29.11.2022


zur Vorbereitung der Mitgliederversammlung in Bamberg im November 2022 entstand
ein Leitfaden (augearbeitet von der "Berliner Gruppe") zur Annäherung an ein schwieriges Thema

Israel-Palästina - Gesprächsleitfaden (*.docx-Datei, 22 KB)

Aus einem Brief: Liebe Frauen des ÖFCFE!

Nahostkonflikt, Israel-Palästina, Tempelberg, Jerusalem, Gaza, „Apartheid“, Zweistaatenlösung, israelbezogener Antisemitismus, „militante Palästinenser haben heute…“, „…haben in der Nacht israelische Sicherheitskräfte…“ – Wo solche Reizwörter fallen, gehen die Wogen schnell ganz hoch. Da krachen Meinungen und Positionen ungebremst aufeinander. Oder aber, man/frau sagt vorsichtshalber gar nichts.

Auch in Deutschland, und leider auch in den Kirchen, ist kaum noch ein Gespräch darüber möglich, das nicht in kürzester Zeit eskaliert. Das ist auch unter Kirchenfrauen nicht anders. Da braucht es – besonders bei denen unter uns, die sich noch an die heftigen Auseinander-setzungen und Konflikte rund um den WGT 1994 aus Palästina erinnern – nicht viel Fantasie, um dem Weltgebetstag 2024, wieder mit einer Gebetsordnung aus Palästina, mit mindestens gemischten Gefühlen entgegenzusehen.

Doppelt empathisch – vielfach differenziert.
Israel-Palästina im Fokus der Frauenökumene war 2020 das Schwerpunktthema bei der Mitgliederversammlung des ÖFCFE. Am Ende stand der Wunsch, weiter daran zu arbeiten; drei Berliner Mitgliedsfrauen wurden mit der Vorbereitung dazu beauftragt: Dagmar Althausen, Margot Papenheim und Elisabeth Raiser.

Der Vorstand teilt die Empfehlung der Arbeitsgruppe, dass wir uns nicht an einer gemein-samen Positionierung zu diesem Konflikt versuchen sollten. Vielmehr wäre es wichtig, einander zunächst einmal davon zu erzählen, wie jede einzelne von uns überhaupt mit diesem Thema in Berührung gekommen ist. Uns darin zu üben, dass wir einander zuhören und uns so bewusstwerden, was jede Einzelne von uns – und die jeweils anderen – im Tiefsten motiviert, sich mit Israel-Palästina zu beschäftigen. Die Erfahrung lehrt: So an ein konfliktträchtiges Thema heran-zugehen, hat Potenzial.

Sich auszutauschen, ohne beim Hören schon die Gegenargumente zu sammeln, das bereitet den Boden dafür, dass danach eine respektvolle(re) Diskussion unterschiedlicher Sicht-weisen und Positionen möglich wird.

Wir laden Sie herzlich dazu ein, beim „Ausprobieren“ dieses Gesprächsformats – zunächst innerhalb der Mitgliedsverbände und Gruppen des ÖFCFE – mitzumachen.

Wir geben Ihnen dazu im Folgenden einen kleinen Leitfaden für die Moderation samt Kopiervorlage für die Gesprächsteilnehmerinnen an die Hand.

Wenn’s funktioniert, würden wir dieses Gesprächsmodell auch anderen zur Nachahmung anbieten – etwa für die Vorbereitung des WGT 2024, für die ÖFCFE-Frauen in anderen deutschsprachigen Ländern, für Gespräche in anderen kirchlichen Frauengruppen und -verbänden oder Kirchengemeinden. Das Thema Israel-Palästina wird dadurch nicht leicht. Aber wir können etwas dazu beitragen, dass darüber gesprochen werden kann.